Der Frühling kommt
Nachdem die ersten warmen Sonnenstrahlen den Frühling angekündigt haben und Garten sowie Balkon und Fensterbretter wieder nach Aufmerksamkeit rufen, wird es Zeit, euch ein paar besondere Dinge vorzustellen, die ganz viel Lust aufs Loslegen machen.
Den Start macht ein etwas größerer – dennoch in Deutschland vielerorts noch sehr unbekannter – Hersteller von Pflanztöpfen: Bergs Potter aus Kopenhagen. Und wer einmal dessen Töpfe selbst in den Händen gehalten hat, versteht schnell, warum das Label seit über 80 Jahren besteht.

Durchdacht bis ins kleinste Detail
Die Töpfe von Bergs Potter kommen meist unglasiert daher, mit unterschiedlichen Verzierungen und Farben sowie vielen verschiedenen Größen. Das Angebot reicht hier vom kleinen Fensterbrett-Töpfchen bis zum wuchtigen Außentopf für den Garten. Das Design ist dabei so zeitlos, dass die Töpfe auch gerne mal von Generation zu Generation weitergegeben werden, was sehr nachhaltig ist und für die Qualität der Töpfe spricht.
Sieht man sich die verschiedenen Modelle genauer an, fällt einem meist der Københavner sofort ins Auge. Er besticht durch sein zurückhaltendes Schuppendekor, das, wie ich finde, eine sehr klassische Eleganz ausstrahlt. Kein Zufall, denn sein Ursprung ist tatsächlich königlich. Bereits um 1860 wurden ähnliche Töpfe für das dänische Schloss Fredensborg (auch bekannt als das dänische Versailles) gefertigt. Steffen Berg, der das Unternehmen damals in zweiter Generation führte, entdeckte einen solchen Topf zufällig in einer ehemaligen Baumschule und ließ sich zu seiner eigenen Version inspirieren. Bis heute zählt der Københavner zu den beliebtesten Designs des Labels.
Doch nicht nur das durchdachte Design macht die Pflanzgefäße von Bergs Potter zu langjährigen Begleitern. Auch die Materialwahl ist entscheidend, wenn man nicht alle Jahre wieder neue Töpfe und Pflanzen kaufen möchte: Sowohl der Galestro- als auch der Majolika-Ton, welche bei den unglasierten Pflanztöpfen verwendet werden, sind reich an Mineralien und von Natur aus porös. Dadurch kann der Ton atmen und den Austausch von Luft und Wasser ermöglichen. Gießt man den Topf, verdunstet ein Teil des Wassers durch die porösen Wände nach außen, während gleichzeitig Luft bis zu den Wurzeln gelangen kann. Die Feuchtigkeit im Boden wird so auf natürliche Weise reguliert. Staunässe und Wurzelfäule haben dadurch kaum eine Chance. Sichtbar wird das übrigens auch: Ein frisch gegossener Topf wird dunkler. Der Beweis, dass er arbeitet.
Darüber hinaus reguliert der Ton nicht nur die Wasser- und Luftzirkulation, sondern auch die Temperatur. Dank seiner natürlichen Isoliereigenschaften werden die Wurzeln im Sommer gekühlt und im Winter vor der Kälte beschützt.




Und damit ihr die Töpfe auch im Innenbereich verwenden könnt, ohne dass euer Boden sofort unter Wasser steht, werden die Untersetzer der rohen Modelle mit einer schonenden Silikondichtung behandelt. Dadurch kann das Wasser durch sie nicht mehr hindurchdringen und der Untergrund bleibt trocken.
All diese kleinen Details sind es, die eure Pflanzen im Alltag gesund und fit halten.
Wo und wie werden die Töpfe hergestellt?
Hergestellt werden die Töpfe von Hand in kleinen Werkstätten in Europa – vornehmlich in der Toskana, wo die Zusammenarbeit mit den dortigen Handwerkern seit Jahrzehnten gepflegt wird. Je nach Modell werden die Formen entweder in Gipsformen gepresst oder auf der Töpferscheibe gedreht, bevor jeder Topf von Hand beschnitten und fertiggestellt wird. Größere Modelle müssen danach erst einmal über mehrere Wochen langsam trocknen, bevor sie mit allen anderen Töpfen gemeinsam tagelang bei extrem hohen Temperaturen gebrannt werden. Dieses Verfahren verleiht den Gefäßen ihre natürliche Frostbeständigkeit.
Durch die Herstellung per Hand entstehen auch kleinste Abweichungen in Form oder Farbe der Töpfe, was sie alle zu ganz besonderen Einzelstücken macht. Tatsächlich findet sich auf manchem Stück sogar ein leichter Fingerabdruck im Ton. Ein Beweis für das besondere Handwerk. Doch auch der Ton selbst hinterlässt mit der Zeit seine Spuren. Die Salze und Mineralien aus Erde und Gießwasser ziehen durch die Poren und entwickeln eine ganz eigene Patina auf dem Topf. Das ist dann das Stadium, auf das ich mich am meisten freue, wenn ich Dinge besitze, die aus natürlichen Materialien bestehen. Ich finde erst dann sehen sie authentisch und vollendet aus.




Neben der traditionellen Herstellungsweise haben auch Umweltkriterien einen hohen Stellenwert bei Bergs Potter. Das Unternehmen verzichtet bewusst auf Massenproduktion und arbeitet ausschließlich mit Handwerkern zusammen, die hinsichtlich Qualität, Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung dieselben Werte teilen. Die Rohstoffe werden dabei nah an den Produktionsstätten bezogen, um die Transportwege möglichst kurz zu halten. Außerdem verwendet Bergs Potter nur natürlichen Ton. Keine Chemikalien, keine Zusatzstoffe. Das Ziel ist eine Produktion, die so wenig Abfall wie möglich erzeugt, weshalb ihr bei Bergs Potter auch kein unnötiges Verpackungsmaterial finden werdet.
Doch das Nachhaltigste von allem ist letztendlich ein Produkt, das man nicht ersetzen muss. Eines, das aufgrund seiner Qualität und Langlebigkeit von Generation zu Generation weitergegeben werden kann und das mit der Zeit zu einem Stück persönlicher Geschichte wird. Und das findet ihr bei Bergs Potter definitiv.
Aber wer steckt eigentlich hinter Bergs Potter?
Die Geschichte von Bergs Potter beginnt im Jahr 1942, mitten im Zweiten Weltkrieg. Victor Berg, damals noch ein junger Buchhalter, erbte ein Keramikgeschäft auf der Rantzausgade im Kopenhagener Stadtteil Nørrebro. Im kriegsgedrückten Alltag wollte er seiner Nachbarschaft etwas Freude schenken und beschloss, neben der Keramik auch Schnittblumen anzubieten. Diese Kombination kam gut an und brachte das Geschäft in Schwung. Schon bald folgten weitere Läden auf der Købmagergade, heute Kopenhagens bekanntester Einkaufsstraße, und später im Westend auf der Vesterbrogade.
Während das Geschäft wuchs, wuchsen auch Victors Kinder heran und brachten frischen Wind in das Unternehmen. Die zweite Generation Berg, die schon im Kindesalter tatkräftig mithalf, blieb der Firma treu und übernahm ab Mitte der 1980er-Jahre die Geschäftsführung. Die Leidenschaft für Töpferei, Geschichte und Archäologie trieb die Geschwister Sysser und Steffen durch Schlösser, Herrenhäuser und Archive in ganz Skandinavien. Immer auf der Suche nach Inspiration und den besten Töpfern Europas. So fanden sie auch einst den Topf, der zum Vorbild des späteren Københavner wurde.
Doch auch die Suche nach den richtigen Handwerksbetrieben ließ sie nicht los. Sysser und Steffen reisten quer durch Europa, bis sie schließlich in der Toskana fanden, wonach sie so lange gesucht hatten: erfahrene Töpfermeister mit jahrhundertealtem Wissen und einem untrüglichen Gespür für Form und Material. Inspiriert von der italienischen Handwerkskunst begann Steffen, eigene Entwürfe zu entwickeln, die dann vor Ort produziert wurden. Eine Zusammenarbeit, die bis heute anhält.

2012 übernahm dann die dritte Generation: Victor Berg jr., der Sohn von Steffen, gemeinsam mit zwei Familienfreunden, Martin und Frits. Während Martin und Frits für den täglichen Betrieb verantwortlich waren, sorgte Victor Berg jr. dafür, dass die Familientradition lebendig blieb. Weder Martin noch Frits hatten zuvor Erfahrung in der Unternehmensführung. Töpfern und die Arbeit mit Blumen waren für sie völliges Neuland, ebenso wie die gnadenlosen Preisverhandlungen auf dem Kopenhagener Blumenmarkt. Doch davon ließen sich die drei Männer nicht entmutigen. Martin lieferte in der Hochsaison um 5 Uhr morgens Töpfe zum Kopenhagener Blumenmarkt, bevor er direkt zur Wirtschaftshochschule weiterzog. Frits kam nach langen Tagen als Buchhalter oft erst um 20 Uhr ins Lager, das damals noch ein altes Kunststoffgewächshaus nördlich von Kopenhagen war. Im Sommer tropisch heiß, im Winter bitterkalt. Und wenn Martin und Frits allein nicht ausreichten, um alle Bestellungen zu erfüllen, halfen Freundinnen und Familie bis spät in die Nacht mit.
Das Unternehmen wuchs weiter und mit ihm die Ansprüche an Lager und Büro. Doch egal wie groß Bergs Potter wurde, Kopenhagen blieb immer dessen Heimat.
Was also 1942 als kleiner Keramikladen in Nørrebro begann, hat sich still und leise zu einem der besten Blumentopflabels Europas entwickelt. Dass Bergs Potter in Deutschland jedoch noch so unbekannt ist, finde ich sehr schade. Ein Label, das sich trotz seiner Größe durch Tradition, Qualität und Nachhaltigkeit auszeichnet, hat auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit verdient und darf auf simple selection nicht fehlen.




Was bietet Bergs Potter noch an?
Neben den klassischen, unglasierten Pflanzgefäßen hat Bergs Potter sein Sortiment in den letzten Jahren behutsam erweitert. So finden sich dort mittlerweile auch glasierte Töpfe für den Innenbereich, die mit ihren sanften Farben und unterschiedlichen Oberflächen einen moderneren Akzent setzen, ohne dabei ihren zeitlosen Charakter zu verlieren. Von glänzend bis matt, von gedeckten Naturtönen bis hin zu etwas kräftigeren Nuancen ist die Auswahl vielseitig, bleibt aber stets zurückhaltend und stilvoll. Auch bei den Formen zeigt sich die Marke experimentierfreudiger, interpretiert traditionelle Designs neu und ergänzt sie um zeitgemäße Linien, die sich besonders gut in moderne Wohnräume einfügen.
Und auch über den eigentlichen Topf hinaus denkt Bergs Potter weiter: kleine, durchdachte und formschöne Begleiter wie Wasserspeicher oder Rankhilfen, die nicht versteckt werden müssen, sondern bewusst sichtbar bleiben dürfen. Oder Untersetzer und Füße, die den Gefäßen eine ganz besondere Präsenz verleihen und vielseitig eingesetzt werden können. Aber auch Vasen, die die Formsprache der Pflanzgefäße fortführen und sich so ganz selbstverständlich in ein bestehendes Ensemble einfügen, findet ihr bei Bergs Potter.
Demnach würde ich behaupten, dass bei Bergs Potter jeder, der sucht, auch fündig wird.
Wo kann ich die Pflanztöpfe von Bergs Potter kaufen?
Viele gute Gründe also, sich für Bergs Potter zu entscheiden. Wer jetzt neugierig geworden ist und einen der Töpfe sein Eigen nennen möchte, wird hier fündig:
Vor Ort: Fadentraum Concept Store (Hauptstraße 16 – Schwülper), Nordliebe (Goltzstraße 18 – Berlin), Manufactum (verschiedene Standorte)
Online: Potflourri, Nordliebe, Jora Dahl, Manufactum, Geliebtes Zuhause
Noch mehr Inspiration findet ihr wieder auf der Website von Bergs Potter oder auf Social Media.
Quelle: Bergs Potter
Bildnachweis: Bergs Potter


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